Die meisten Bootsbesitzer wissen ziemlich genau, was an ihrem Boot zu tun ist. Was sie nicht wissen, ist: wann es zuletzt gemacht wurde. Der Impeller liegt als Rechnung im Ordner zu Hause, das Antifouling steht als Foto im Handy, der Ölwechsel war „letztes Jahr im Mai, glaube ich“.
Im Frühjahr rächt sich das doppelt. Manches wird zum zweiten Mal gemacht, weil niemand mehr sicher ist. Anderes fällt aus, weil alle davon ausgehen, es sei erledigt. Und beim Verkauf lässt sich nichts davon belegen.
Deshalb steht hier zuerst die Liste – und danach der unbequemere Teil: wie man sie über mehrere Saisons durchhält.
Das sind Erfahrungswerte, keine Vorschriften. Verbindlich ist immer das Handbuch deines Motor- und Anlagenherstellers, und sicherheitsrelevante Ausrüstung wie Rettungsinsel, Feuerlöscher oder Gasanlage folgt eigenen Prüffristen. Im Zweifel gilt die kürzere Frist.
| Was | Intervall | Woran man denken muss |
|---|---|---|
| Impeller tauschen | jährlich | Sand und Muschelreste zerlegen ihn schneller als Betriebsstunden. Alte Flügelreste im Kühlkreis suchen |
| Motoröl & Filter wechseln | jährlich | Besser nach Betriebsstunden als nach Datum – bei Vielfahrern deutlich früher |
| Kraftstofffilter wechseln | jährlich | Dieselpest zeigt sich hier zuerst |
| Kühlwasserschläuche prüfen | jährlich | Weiche oder aufgequollene Stellen und Rost an den Schellen |
| Antifouling auftragen | jährlich | Beim Kranen, solange der Bewuchs noch weich ist |
| Rigg & Wanten prüfen | jährlich | Segelboot: Terminals, Splinte, Wantenspanner |
| Stevenrohr / Wellendichtung | jährlich | Tropfrate prüfen, Packung nachziehen oder erneuern |
| Ruder & Ruderlager prüfen | jährlich | Spiel am aufgeslippten Boot fühlbar, im Wasser nicht |
| Feuerlöscher prüfen | jährlich | Prüffrist steht auf der Plakette, nicht im Kopf |
| Zinkanoden prüfen / tauschen | halbjährlich | Bei etwa der Hälfte Abtrag tauschen, nicht erst bei Rest |
| Bordbatterie prüfen / laden | halbjährlich | Vor allem vor und nach dem Winterlager |
| Seewasserfilter reinigen | vierteljährlich | In der Saison eher öfter, das ist eine Zehn-Minuten-Sache |
| Bilgenpumpe testen | vierteljährlich | Auch den Schwimmerschalter, nicht nur den Handbetrieb |
| Rettungsinsel prüfen | alle 2 Jahre | Frist des Herstellers geht vor; Servicestation rechtzeitig buchen |
Diese vierzehn Punkte sind in Keellog als Vorlagen hinterlegt. Beim Anlegen eines Bootes lassen sie sich mit einem Griff übernehmen und danach an das eigene Boot anpassen.
Antifouling und Anoden richten sich nach der Saison. Ob das Boot dreißig Stunden gelaufen ist oder dreihundert, ändert am Bewuchs wenig. Motoröl, Filter und Impeller dagegen hängen an der Laufleistung: Ein Boot mit vierhundert Stunden im Jahr braucht einen anderen Rhythmus als eines mit vierzig.
Wer nur nach Datum plant, wartet einen Vielfahrer zu selten. Wer nur nach Stunden plant, übersieht das Boot, das zwei Jahre am Steg lag – dort altern Schläuche, Batterien und Dichtungen trotzdem.
Die belastbare Regel heißt deshalb „was zuerst eintritt“: Der Termin steht an, sobald entweder das Datum erreicht ist oder die Betriebsstunden. Bei zwei Maschinen zählt jede für sich – die Stundenzähler laufen selten gleich.
Das Winterlager ist der Punkt im Jahr, an dem am meisten schiefgeht, weil vieles gleichzeitig passiert und niemand mitschreibt.
Der letzte Punkt ist der wichtigste und der einzige, der nichts kostet. Ein aufgeschriebener Mangel im Oktober ist im März eine Aufgabe. Ein nicht aufgeschriebener ist im März ein Schaden.
Als Richtwert einmal pro Saison, also jährlich. Wer viel fährt oder in sandigem, flachem Wasser unterwegs ist, wechselt früher – Sand und Muschelreste zerlegen die Flügel schneller als Betriebsstunden. Verbindlich ist immer das Handbuch des Motorherstellers.
Beides ist üblich, und beides greift zu kurz allein. Motoröl und Filter richten sich nach Betriebsstunden, Antifouling und Anoden nach der Saison, unabhängig davon, wie viel gefahren wurde. Am sichersten ist die Regel „was zuerst eintritt“: Der Termin steht an, sobald entweder das Datum erreicht ist oder die Stundenzahl.
Der Motor wird konserviert und das Kühlsystem frostsicher gemacht, Wassertanks und Leitungen werden geleert, die Batterien kommen geladen und möglichst frostfrei zur Ruhe. Der Unterwasserbereich wird gereinigt, solange der Bewuchs noch weich ist – im Frühjahr ist er hart. Was dabei auffällt, wird sofort notiert: Im April erinnert sich niemand mehr daran.
Aus zwei Gründen. Erstens weiß man im Frühjahr sonst nicht mehr, was letzte Saison dran war – und macht es entweder doppelt oder gar nicht. Zweitens ist eine lückenlose Historie beim Verkauf das Einzige, womit sich Pflege belegen lässt. Behauptet wird sie von jedem Verkäufer. Mehr dazu auf der Seite Bootsakte und Servicehistorie.
Fast jeder hat schon einmal eine Tabelle für die Bootswartung angelegt. Fast jede dieser Tabellen ist nach einer Saison eingeschlafen. Nicht, weil sie schlecht war, sondern weil sie am falschen Ort lag: auf dem Rechner zu Hause, während die Arbeit am Steg passiert.
Was funktioniert, ist unspektakulär. Der Eintrag muss dort entstehen, wo geschraubt wird – am Handy, in dem Moment, in dem die alte Rechnung noch in der Hand liegt. Und das nächste Fälligkeitsdatum muss sich von selbst ergeben, nicht aus einer Rechnung im Kopf.
Genau dafür ist Keellog gebaut: ein Logbuch fürs Boot, in dem Wartungen, Rechnungen, Dokumente und Betriebsstunden an einem Platz liegen. Jede erledigte Wartung setzt den nächsten Termin selbst. Läuft im Browser und lässt sich auf iPhone und Android als App auf den Startbildschirm legen, ohne App Store.
Ein Boot ist dauerhaft kostenlos. Premium (4 € im Monat oder 36 € im Jahr) bringt die vollständige Historie, E-Mail-Erinnerungen zu fälligen Wartungen, die PDF-Ausdrucke und die Bootsakte.
Schreib an admin@keellog.app. Diese Liste lebt von Leuten, die ihr Boot selbst pflegen.